Wie digital ist das Handwerk ?

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Wie digital ist das Handwerk ?

Digitalisierungsindex Mittelstand

Digitalisierungsindex Mittelstand

In der aktuellen Studie Digitalisierungsindex Mittelstand 2019/20 wird der aktuelle Status Quo der Handwerksbetriebe bei der Digitalisierung beschrieben.

Interessant bleibt, dass nur etwa 55% aller Handwerksbetriebe in den unterschiedlichen Geschäftsfeldern die Digitalisierung voranbringen, bzw. sie im Begriff sind, sie anzugehen.
Diese Geschäftsfelder wurden im Digitalisierungsindex Mittelstand untersucht:

  • Beziehung zu Kunden
  • Produktivität im Unternehmen
  • Digitale Geschäftsmodell
  • IT-Sicherheit und Datenschutz

IT-Sicherheit und Datenschutz dominieren die Agenda im Handwerk. Um Cyberattacken zu vermeiden, bemühen sich die Unternehmen zunehmend um eine sichere IT-Landschaft. Dies schlägt sich im Indikator
für IT-Sicherheit nieder, der mit 65 Punkten (zwei Punkte mehr als im Vorjahr) deutlich über den anderen Indikatoren liegt.
Überdies stellt die Nähe zu den Kunden ein wichtiges Qualitätsmerkmal für das Handwerk dar. Dies betrifft sowohl die lokale Nähe als auch die Praxisnähe der angebotenen Lösungen. Als Wachstumstreiber erweisen sich zudem die Kundenbeziehungen, die im Gesamthandwerk im Vergleich zum Vorjahr einen Punkt zulegen konnten. Die Indikatoren „Produktivität“ und „Digitale Geschäftsmodelle“ bleiben auf dem Vorjahresniveau. Dies bedeutet jedoch keinesfalls Stillstand. Denn allein um das Niveau zu halten, müssen digitale Vorhaben vorangebracht werden.
In Sachen Kundenbeziehungen hat die Branche die klassische Website und die Erfassung von Kundendaten bereits gut umgesetzt. In Zahlen ausgedrückt:
Eine Firmenwebsite mit Angaben zum Unternehmen und Produkt-/Leistungsangebot hat über die Hälfte der Befragten gut bis sehr gut umgesetzt. Weitere 34 Prozent arbeiten
aktuell an der Umsetzung. Ebenfalls verbreitet sind Firmenauftritte in sozialen Medien (39 Prozent) sowie deren Nutzung für Kommunikation und Werbung (41 Prozent).
Im nächsten Schritt wollen die Betriebe produktiver arbeiten: Dafür bauen sie digitale Geschäftsprozesse aus und wandeln insbesondere manuelle oder von Papier bzw. Medienbrüchen geprägte Abläufe in elektronische Prozesse um. In der Praxis haben bereits 38 Prozent der Handwerker ihre Geschäftsprozesse digitalisiert. Weitere
45 Prozent arbeiten an der Umsetzung. Den Auf- bzw. Ausbau von mobilen Geschäftsprozessen haben 45 Prozent erfolgreich vorangetrieben.
Und: 54 Prozent profitieren vom mobilen Zugriff auf Kommunikationsanwendungen wie E-Mail, Kalender- und Konferenzlösungen.

Handwerker haben alle Hände voll zu tun und Termine sind häufig schwer zu bekommen. Daher bieten 32 Prozent der Unternehmen ihren Kunden an, Termine online zu buchen – dies erspart zeitaufwändige Absprachen und Telefonate. 28 Prozent der Betriebe haben den Einsatz in Zukunft geplant.

Fazit des Digitalisierungsindex Mittelstand
Handwerksbetriebe profitieren in vielerlei Hinsicht von der Digitalisierung.
Daher haben sie die digitale Transformation im vergangenen Jahr weiter vorangetrieben.
Jedoch gibt es innerhalb der Subbranchen nach wie vor große Unterschiede:
Hier stechen Handwerksbetriebe für gewerbliche bzw. industrielle Zwecke mit ihren digitalen Vorhaben heraus.